Junioren im Kontakt mit Senioren

JFG Kinsachkickers B-S-O als Vorbild in Sachen Jugendförderung – Optimale Bedingungen

Steinach. Wie können wir unsere Jugendlichen motivieren? Vor dieser Frage stehen Vereinsfunktionäre immer öfter. Die Verantwortlichen der Jugendfördergemeinschaft Kinsachkickers Bogen, Steinach, Oberalteich (JFG Kinsachkickers B-S-O) haben einen guten Weg gefunden, ihre Junioren bei der Stange zu halten: Sie bieten ein „rollierendes Training“ und ein spezielles Fördertraining an, lassen ihre Jugendspieler zu interessanten Spielen der Senioren mitfahren und nicht zuletzt gibt es für Juniorenmannschaften einen Seniorspieler als Paten.

 

Viele Vereine leiden zunehmend unter Schwund vor allem der jugendlichen Mitglieder – zum einen wegen konkurrierender Freizeitmöglichkeiten, zum anderen wegen der sich mit dem Älterwerden ändernden Interessen der Jugendlichen. Dieser Rückgang betrifft sogar Fußballvereine, wenn auch diese Sportart – schon allein wegen des Weltmeistertitels 2014 – im Vergleich zu anderen Sportarten bei Kindern und Jugendlichen derzeit ziemlich hoch im Kurs steht.

 

JFG – dezentrale Förderung

 

Mit der Motivation, Fußball zu spielen, ist es aber nicht getan. Auch die Förderung der Kinder und Jugendlichen ist wichtig. Deshalb habe der Bayerische Fußballverband vor Jahren die Jugendfördergemeinschaften (JFG) ins Leben gerufen, erzählt Horst Götz, Leiter der A-Junioren der JFG Kinsachkickers B-S-O. „Aus einem dezentralen Fördergedanken heraus.“ JFG sind eigenständige Vereine, zu denen sich die Fußballvereine verschiedener Ortschaften zusammengeschlossen haben. Die JFG Kinsachkickers B-S-O gibt es seit 2006 und das mit großem Erfolg. Immerhin spielen die Mannschaften, D-Junioren bis A-Junioren, in interessanten Ligen: U19 Kreisliga, U17 Bezirksoberliga, U15 Bezirksoberliga und U13 Kreisliga. Zudem wurden neben diesen Leistungsteams in jeder Altersklasse weitere Mannschaften zu den Verbandsspielen gemeldet. Dennoch überlegen sich die Verantwortlichen, wie sie ihre jungen Spieler motivieren und fördern können. Hier sind sich die sportlichen Leiter der Juniorenmannschaften einig: Sie müssen den direkten Kontakt zwischen den Junioren und den Senioren herstellen. Und das geht am besten über gemeinsame Trainingseinheiten, Spielbegleitung und Patenschaften.

 

Nahtloser Übergang

 

Der Übergang von den A-Junioren zu den Seniorenmannschaften ist nicht einfach, erzählt Horst Götz, der sportliche Leiter der A-Junioren. Deshalb hätten sich die sportlichen Leiter der JFG Gedanken gemacht, wie sie dies verbessern könnten. Hier komme es ihnen zugute, dass die Seniorenmannschaften der JFG-Stammvereine – TSV Bogen, ASV Steinach, TSV Oberalteich – in verschiedenen Ligen spielen. „Bogen ist in der Bayernliga, Steinach in der Kreisliga und die Spielergemeinschaft (SG) von Oberalteich und Bogen II spielt in der Kreisklasse.“ Somit sei von der A-Klasse (ASV Steinach II) bis zur Bayernliga alles vertreten. „Optimale Möglichkeiten für jedes Talent.“

 

Rollierendes Training

 

Eine Neuerung ist das „rollierende Training“. Dabei werden die Juniorenspieler auf die verschiedenen Seniorenmannschaften aufgeteilt und trainierten dann alle 14 Tage im

Wechsel immer mit den verschiedenen Mannschaften mit. Trotz dieser getrennten Trainingseinheiten ist es Götz wichtig, dass seine A-Junioren ein Team bleiben. Deshalb wird auch jeder Spieler in jede Seniorenmannschaft gewechselt – ohne Rücksicht auf sein Talent. Mit dem rollierenden Training werden die A-Juniorenspieler behutsam an die älteren Mannschaften herangeführt und können von der Erfahrung der älteren Spieler profitieren. Der gute Kontakt zwischen dem TSV Bogen und der JFG Kinsachkickers B-S-O sei dem neuen Bayernliga-Trainer Andi Wagner zu verdanken. Dieser komme selbst aus der Jugendarbeit, vom SSV Jahn Regensburg und sei dementsprechend offen dafür. Nicht zuletzt sicherlich auch deshalb, weil er darin langfristig einen Gewinn für seine Bayernligamannschaft sieht.

 

Fördertraining als Anreiz

 

Seit September gibt es bei der JFG auch ein sogenanntes Fördertraining. Hier könnten 15 bis 16 Spieler – fünf aus der A-Jugend, fünf aus der B1 und fünf aus der B2 – dreimal in der Hinrunde und dreimal in der Rückrunde gesondert trainieren. Dafür ausgewählt werden die engagiertesten Spieler. „Nicht zwingend die Besten.“ Dadurch sollen Anreize geschaffen werden, sich in der Mannschaft zu engagieren. Motivieren sollen auch die Spieler aus den verschiedenen Seniorenmannschaften, die sich als Paten für die D- bis B-Junioren zur Verfügung stellen. „Die schauen dann auch mal in der Kabine vorbei, bei den Spielen zu und klatschen die Junioren ab.“ Für die Jüngeren sei es schon ein Erlebnis, wenn sich erfolgreiche „Paten“-Seniorenspieler

in ihrem näheren Umfeld befinden. Auch als Motivation sind die Fahrten zu interessanten Auswärtsspielen im Mannschaftsbus gedacht. Und sie würden von den Junioren auch gerne angenommen.

 

Ziel sind die Senioren

 

Somit gehen bei der JFG Kinsachkickers B-S-O die Leiter der Juniorengruppen und die Trainer neue Wege und legen verstärkt Wert auf den Kontakt zwischen den Senioren und den Junioren. „Unser Ziel ist es, dass die Jugendlichen besser motiviert und engagierter bei der Sache sind.“ Denn eines ist für A-Junioren-Leiter Horst Götz klar: Er macht Jugendarbeit für die Seniorenmannschaften. Da liegt es nahe, frühzeitig einen Kontakt zwischen den Junioren und den Senioren herzustellen. Dabei sehen die Jugendlichen hautnah, wo sie ihr Fußballweg hinführen könnte: Ob nun in die Kreisliga oder in die Bayernliga. Mit der Bundesliga sieht es im Landkreis Straubing-Bogen derzeit allerdings noch eher schlecht aus. –usa–


Quelle: Straubinger Tagblatt vom 28.11.2014

Kommentar schreiben

Kommentare: 0
Laden...

        unsere Stammvereine